Vorwort zur Bearbeitung der Abbildungen  (18.11.2016)

Bei der Erstellung dieser Website war es nicht meine Intention, den unendlich vielen Bearbeitungen der vorliegenden Fragmente althochdeutscher Codices eine weitere hinzuzufügen. Vielmehr empfand ich es als äußerst unbefriedigend, widersprüchliche Transliterationen eines einzigen Originals vorzufinden - sei es als Grundlage von Projekten, sei es als Vorlage für Germanistikseminare. Außerdem waren bis dato die ins Internet gestellten Abbildungen farblich schlecht, die Auflösung mäßig. Also blieb mir wegen meines Unbehagens nur eines übrig: ich musste zum Original bzw. seinem Faksimile greifen. Dieses Vorhaben gestaltete sich jedoch nicht immer problemlos - wie ich gehofft hatte -, obwohl es auf diese Originale kein Copyright mehr geben konnte. Manch "juristisches Hindernis", z.B. in Gestalt eifersüchtiger Archivare, war dabei zu überwinden.

Die durch die digitale Bearbeitung der Scans möglicherweise entstehende leichte Verfälschung des optischen Eindrucks habe ich in Kauf genommen, wenn der Text in seiner ursprünglichen Form um so deutlicher dargestellt werden konnte. Schließlich kam es mir vor allem auf Text und Inhalt, nicht auf den dokumentarischen Charakter meiner Bearbeitung des Originals an. Mit der vorliegenden Bearbeitung und der Aufbereitung für das Internet möchte ich allen Interessierten eine Möglichkeit bieten, ihr Interesse an althochdeutschen Texten zu wecken bzw. zu vertiefen.

Den digitalen Bearbeitungen liegt jeweils der Scan eines Faksimiles zu Grunde. Bei didaktischer Verwendung würde ich - um allen Mißverständnissen vorzubeugen - beide Abbildungen (Original und digitale Bearbeitung) nebeneinander verwenden.

Der Vollständigkeit halber habe ich bei den Merseburger Zaubersprüchen auch das Lateinische Gebet übernommen, obwohl es selbst nicht zu den Zaubersprüchen gehört...

Rolf-Jürgen Jacob
Neukirchen - Vluyn, im November 2016